Inzwischen sind wir durch den Kontakt zu einer sehr engagierten Ethik-Lehrerin an dieser Schule schon Stammgast. Der seltene Ausbildungsberuf des Schilder- und Lichtreklameherstellers war für uns Neuland. Vor uns saßen ca. 25 aufmerksame und interessierte Azubis des ersten Lehrjahres. Die Menschenrechtssituation wird leider auch in Ländern, von denen man es vielleicht nicht gleich erwartet hätte, nicht einfacher. Im Mittelpunkt stand dieses Mal die aktuelle Urgent Action für Mahmoud Khalil, einen jungen Palästinenser, US-Greencard-Holder, der derzeit seinen Master an der Columbia University in New York macht und die dortigen vielfältigen palästinensischen Studentenproteste zum Israel-Gaza-Krieg zumindest mit koordiniert hat und als ihr Sprecher fungierte. Anfang März diesen Jahres wurde er festgenommen, was für ihn völlig unerwartet kam, da er auf die Meinungsfreiheit in den USA gesetzt hatte. An seinem Beispiel erklärten wir die Artikel aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zur Meinungs- und Gedankenfreiheit, zur Unschuldsvermutung, für ein faires Gerichtsverfahren, und zum Schutz vor willkürlicher Festnahme und Ausweisung. Wir haben viel über das Leben von Herrn Khalil erzählt, er hat einen weiten Weg aus einem Flüchtlingscamp in Syrien bis an die Columbia University geschafft – und sitzt nun ohne Anklage in einem US-Gefängnis. Wir hoffen bei jedem Schulworkshop, dass wir mit unseren Erzählungen und Übungen den Schülern ermöglichen, sich in die Situation Unschuldiger und gesellschaftlich Benachteiligter hineinzuversetzen und sind uns sicher: Etwas davon bleibt bei fast allen Schülern hängen!